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Im Gedenken an Papst Franziskus

Nach dem Requiem

In Trauer und Dankbarkeit nahmen wir in einem Requiem, einer Auferstehungs-Messe am 30. April um 18:30 Uhr in St. Pius X. vom Heiligen Vater Franziskus Abschied. Am Osterfest ist er in die barmherzige Liebe Gottes heimgegangen. Von der Barmherzigkeit Gottes sprach er immer wieder, er machte sie zum Maßstab der Seelsorge. Unermüdlich wirkte er bis zum letzten Tag als Hirte der Kirche. 
Mit seiner tiefen Menschlichkeit, Bescheidenheit und seinem neuen Amtsstil erreichte er die Herzen vieler Menschen. Er bleibt uns in Erinnerung als Anwalt der Armen und Geflüchteten. Den Mächtigen der Welt redete er ins Gewissen, wenn er von der „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ sprach und den unhaltbaren Zustand anprangerte, das Mittelmeer sei ein „Grab der Menschenwürde.“ Als echter Pontifex, als Brückenbauer wirkte er zwischen den Kirchen und Religionen. Mit Feingefühl und Offenheit führte er den ökumenischen Weg weiter, den das Zweite Vatikanische Konzil vorgegeben hat, z.B. bei seinem Besuch zum Reformationsjubiläum 2017 im schwedischen Lund. Innerkirchlich öffnete er den Weg des Respekts vor der Gewissensentscheidung des Einzelnen. 


 

Er forderte die Gläubigen und die ganze Kirche auf, nicht um sich selbst zu kreisen, sondern hinauszugehen an die Ränder zu den bedrängten Menschen. Den Hirten sagte er, sie sollen „den Geruch der Schafe“ annehmen, sie sollen „Hirten inmitten ihrer Herde und Menschenfischer“ sein. Viel beachtet auch außerhalb der Kirche wurde seine Enzyklika „Laudato si“: Er forderte die Menschheitsfamilie auf, das bewohnbare Haus der Erde zu schützen und die Herausforderungen des Klimawandels mutig anzupacken. Er förderte den synodalen Gedanken und führte konkrete synodale Strukturen in die Weltkirche ein. Hoffen wir, dass sein Nachfolger diesen Weg weiter beschreiten wird. 
Er bleibt mir dankbar in Erinnerung als ein Seelsorger auf dem Stuhl Petri: Bei der Eröffnung der Heiligen Pforte im Gefängnis sagte er noch im Dez. 2024 einfühlend zu den Gefangenen: „Die Hoffnung enttäuscht nie. Verliert nicht die Hoffnung!“ Möge Papst Franziskus nun als „Pilger der Hoffnung“ seinen Weg vollenden und im Frieden Gottes geborgen sein. Beten wir für ihn und beten wir für das Konklave: um den Geist Gottes für die Wahl eines guten Nachfolgers.

 (Pfarrer Pius Angstenberger)
 

Donnerstag, 1. Mai 2025   |   Ein Beitrag von Pastoralteam