Das Fest Erntedank erinnert uns daran: Die Gaben und unsere Nahrung sind nicht selbstverständlich, es sind Geschenke. In den Regalen der Supermärkte wirken sie dagegen als unbegrenzt verfügbar.
Viele Menschen in unserer Gesellschaft spüren aber die tägliche Not: Ca. 17 Millionen Menschen sind in Deutschland arm und von Armut bedroht. Erntedank können wir deshalb nur als Fest des Teilens feiern, wenn wir z.B. Gaben an die Tafel oder an ärmere Menschen abgeben.
Das Cannstatter Volksfest war ursprünglich ein Erntedankfest. Auslöser war der Ausbruch des Vulkans „Tambora“ (Indonesien) im Jahr 1815. Die Folgen reichten bis nach Süddeutschland, wo es durch jahrelange Klimaveränderungen Missernten und Hungersnöte gab. Kaiser Wilhelm I. und seine Frau Katharina gründeten deshalb 1817 die „Centralstelle des landwirtschaftlichen Vereins.“ Aus Freude darüber, wieder etwas zum Essen zu haben, stifteten sie ein Fest: Das erste Volksfest auf dem Cannstatter Wasen fand am 28.09.1818 statt.
Mehr als 11 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich im Müll. Wir alle können durch nachhaltiges und sparsames Umgehen mit den Gaben, durch Teilen und solidarisches Handeln unseren Dank an Gott und die Menschen ausdrücken, welche die Natur bebauen, pflegen und bewahren.
Pius Angstenberger, Pfarrer
Dienstag, 7. Oktober 2025 | Ein Beitrag von Pastoralteam